Montag, 31. März 2014

W400III: Knappe Niederlage in Reußen (TSV) und erwartetes Ausscheiden aus den Play-Offs (CVM)

Chemie Volley Mitteldeutschland (Leuna-Spergau) 0
Berlin „Recycling Volleys” (SC Charlottenburg) .... 3
- Datum: Samstag, 29. März 2014 – Beginn: 19.30
- Wettbewerb: 1. Volleyball-Bundesliga (1. deutsche Volleyballliga, Profi-/ Halbprofiliga)
- Ergebnis: 0-3 nach Sätzen
- Satzresultate: 21-25, 20-25, 11-25
- Spielzeit: 65 (23, 22, 20) Minuten
- Besondere Vorkommnisse: Verwarnung (Gelbe Karte) wegen Reklamierens für CVM
- Spielort: Jahrhunderthalle Spergau (Kap. 1.500 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 800 (davon ca. 40 Gästefans)
- Unterhaltungswert: 6,5/10 (Bis auf den extrem einseitigen dritten Satz zeigten beide Teams gutes Volleyball)

Sport-Gemeinschaft Reußen 1:0 TSV Leuna 1919
- Datum: Samstag, 29. März 2014 – Anstoß: 15.00
- Wettbewerb: Landesklasse Sachsen-Anhalt, Staffel 6 (8. Spielklasse, 3. Amateurliga)
- Ergebnis: 1-0 nach 95 Min. (47/48) – Halbzeit: 1-0
- Tor: 1-0 14. Thomas Spors
- Verwarnungen: Thomas Spors, Thomas Dietsch (Reußen); 2x Michael Stützer, Stefan Motz, Nino Hammerschmidt, Marius Meier
- Platzverweise: 85. Leunas Michael Stützer (wiederholtes Foulspiel)
- Spielort: Sportplatz Reußen (Kap. 700, davon 50 Sitzplätze)
- Zuschauer: ca. 75 (davon angeblich nur 36 Zahlende, Gästefans: ca. 15)
- Unterhaltungswert: 6,0/10 (Eher mittelmäßiges aber bis zum Ende wirklich spannendes Spiel)  
Photos with English Commentary:
Amateur Football: SG Reußen defeat TSV Leuna 1-0
Volleyball Top-Flight: CV Mitteldeutschland v Berlin RV

In meiner sechsmonatigen Abwesenheit hat sich im Saalekreisfußball nicht allzu viel getan: Leunas Zweite hält sich gut in der Kreisliga, die Jugend (F und E) gewinnt die Mehrheit ihrer Spiele, die Frauen ganz im Gegenteil, die Erste Mannschaft ist immer für ein tolles Spiel (3:1 gegen VfL Halle) oder auch eine blamable Leistung (Niederlage bei Seeben) gut. Günthersdorf kämpft weiterhin zusammen mit u.a. der Reserve von Merseburg 99 um den Aufstieg in die Liga von Leuna, Mannschaften wie Teutschenthal, Gimritz und Knapendorf spielen leider so schwach wie eh und je und während Buna Schkopau endlich aus dem Spielbetrieb genommen wurde, sind die Großgräfendorfer Schlägertypen (obwohl diesmal ein Schiri umgeboxt wurde und nicht „nur“ ein Gegenspieler) immer noch dabei. Ungewöhnlich ist nur, wie gut sich SG Reußen gemacht hat; die sind erstmals wieder in der Spitzengruppe der Landesklasse zu finden, auch wenn der Rückstand auf Platz 1 und den 1. FC Zeitz aussichtslos ist.

Unter diesen Voraussetzungen war nicht zu viel zu erwarten, als wir in das sehr hässliche und öde Dorf bei Landsberg nach einer unerwartet flotten Radtour einfuhren. Erstmal den gut sortierten Imbissstand belagert, was andere Leunaer auch machten da die Spieler auch ewig auf Einlass in eine der beiden Kabinen warten mussten, und dann einen der begehrten 50 Sitzplätze gesichert…

Der idyllische Dorfacker ließ ein ganz ordentliches Spiel zu: durch die geringen Maße ging es flott hin und her zwischen den Toren – und wenn der Ball mal versprang, konnte man es schön auf die Unebenheit des Platzes schieben. Was man nicht auf die Unebenheiten schieben konnte, waren Fehler wie jener Ballverlust von Carsten Arndt, der zum 1:0 für Reußen führte: der Stürmer nahm ihm den Ball einfach 20 Meter vorm Kasten ab und schob ihn ins lange Eck.

In der Folgezeit gab es Chancen auf beiden Seiten, die spektakulär oder kläglich, knapp oder deutlich vergeben wurden. Es ging also mit 1:0 in die Pause. Leider sollte das auch unerwartet der Endstand bleiben, da Reußen nach dem Seitenwechsel mit Ergebnisverwalten anfing: Leuna war unfähig den Ball im Tor unterzubringen und Reußen zeigte sich nicht gerade in Form einer Spitzenmannschaft; denn eine Spitzenmannschaft kontert dann erfolgreicher.

Dass es nicht zu einem deutlicheren Sieg der Reußener kam, ist dem wohl heute besten Spieler, Torwart Ronny Goloiuch, zu verdanken gewesen: mit mehreren Glanzparaden verhinderte er weitere Gegentreffer. Auf andere Art auffällig war leider Michael Stützer, der mehrfach übertrieben einstieg, bereits nach einer Viertelstunde die erste gelbe Karte der Partie sah und aus mir unerfindlichen Gründen bis zur 85. durchspielen durfte. Dann war mit Gelb-Rot Ende Gelände. Drei Spieler auf der Wechselbank, zwei Spieler auch eingewechselt – aber statt gegen den trotz Vorbelastung drei Mal grenzwertig einsteigenden Stützer, werden Shoshi und Meier gegen den halbwegs ordentlich spielenden Hähnel und den wirklich solide auftretenden Franz Motz eingewechselt. So Entscheidungen muss man nicht verstehen…

Entscheidungen, die man verstehen muss, waren heute jene vom Sportfreund Michael Kopp von Elbe Aken: der machte einen sehr souveränen und sicheren Eindruck. Nur seine Assistenten, insbesondere der jüngere Linienrichter, winkten mehrfach offensichtlich falsch Abseits und sinnlos Foul.  
Kurz nach Abpfiff fuhren wir auch schon wieder zurück nach Süden, doch an Merseburg vorbei und über Bad Dürrenberg nach Spergau. Der Verein heißt zwar nicht mehr VC Bad Dürrenberg/ Spergau, sondern schon eine ganze Weile Chemie Volley Mitteldeutschland, was ein wirklich mehr als zweifelhafter Marketing,,gag“ ist, aber Volleyball kann man sich trotzdem nach wie vor auf höchster Ebene angucken. Aufgrund der kranken Lizenzauflagen der DVL aber möglicherweise nicht mehr lange.

Zum Ende dieser Saison waren noch einmal die Titelverteidiger von der Berliner Müllabfuhr – der Marketingname ist natürlich noch kranker: Berlin Recycling Volleys statt SC Charlottenburg, unglaublich was sich manche Nicht-Sportler in den Chefetagen da einfallen lassen – zu Gast. Ich war zum ersten Mal in dieser Saison zu Gast, was erfreut zur Kenntnis genommen wurde im VIP-Raum.

Leider war es für diese Saison auch das letzte Mal, denn erwartungsgemäß hieß es nach einer reichlichen Stunde ansehnlichen Volleyballs 0:3 für Berlin und somit 0:2 in der Best-of-Three Serie des Viertelfinals der Meisterrunde. War bei einigen Spielen der Volleyballbundesliga das Buffet des Skyhotels Merseburg so ziemlich das Beste, konnte man das heute trotz wirklich hervorragendem Buffet nicht sagen: in den ersten beiden Sätzen spielten die Spergauer, die aufgrund der somalischen Zustände auf der Saale oder warum auch immer auch als „Pirates“ bezeichnet werden, richtig gutes Volleyball. Dass sie auf Augenhöhe waren, konnte man zwar nicht sagen – Berlin machte halt das Nötige um einen soliden Satzgewinn verbuchen zu können – aber was es für Schmetterbälle und teilweise sogar Finten zu sehen gab… das war schon fast auf dem Niveau der Charlottenburger!

Der dritte Satz war denn einfach nur eine Demontage, die einen standesgemäßen Sieg der diesmal in schwarzen statt in müllabfuhrfarbenen Trikots spielenden Berliner festigte. Auch wenn viele der Spiele der Jungs aus dem Leunaer Ortsteil Spergau eher enttäuschend verliefen, ist es doch sehr zu hoffen, dass dieser Verein weiterhin als Erstligist die Sportlandschaft von Ostdeutschland (aus politischen Gründen auch als „Mittel“deutschland bezeichnet), speziell die ansonsten eher dürftige Sportlandschaft Sachsen-Anhalts und ins Besondere die sehr dürftige Sportlandschaft des Saalekreises, bereichern würde!  
Statistik:
- Grounds: 1.091 (heute: kein neuer; diese Saison: 120 neue)
- Sportveranstaltungen: 2.010 (heute: 2; diese Saison: 154)
- Tageskilometer: 70 (70km Fahrrad)
- Saisonkilometer: 51.130 (49.870 Auto/ 1.170 Fahrrad/ 80 Schiff, Fähre/ 10 öffentliche Verkehrsmittel/ 0 Flugzeug)
- Anzahl der Fußballspiele seit dem letzten 0-0: 7 [letzte Serie: 10, Rekordserie: 178]
- Anzahl der Wochen, seit der letzten Woche ohne eine einzige Sportveranstaltung (31.7.-6.8. 2006): 400

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